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Commodore 64 Netzteil Mod

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Das alte Commodore 64 Netzteil - oft auch als Türkeil oder Elefantenfuß bezeichnet - ist für seine Ausfälle bekannt. Es passiert nicht selten, dass dabei ein C64 wegen Überspannung gegrillt wird. Die Ursache liegt meist an dem verwendeten 7805 Linearregler, dessen Lebenserwartung nach über 30 Jahren einfach überschritten wurde. Manchmal ist aber auch eine der Gleichrichterdioden am Ausfall des Netzteils schuld. Auch die Anhebung der Netzspannung Ende der 1980er / Anfang 1990er Jahre auf 230V~ statt der vorher üblichen 220V~ ist wohl mitschuld am Sterben der Netzteile. In diesem Beitrag soll erklärt werden, wie man den 7805 Linearregler durch einen DC-DC Wandler ersetzt.

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Es gibt verschiedene Bauweisen des Türkeils. Bisher habe ich eine Schaltung wie die oben abgebildete gesehen, aber auch eine Variante ohne den Spannungsteiler RK1 / RK2. Bei der Variante mit Spannungsteiler werden etwas mehr als 5V (ca. 5,2V) erzeugt, weil der Ausgang des Linearreglers nur die Spannung an RK1 misst. Außerdem gibt es Varianten mit vier einzelnen Dioden als Gleichrichter oder als Gleichrichter selbst. Die Analyse der Schaltung ist aber relativ einfach durchzuführen.

Um nun an die Elektronik des Netzteils zu gelangen, muss man vorsichtig versuchen mit Cuttermesser und Schraubenzieher den Bodendeckel abzubekommen. Im Inneren befindet sich ein Steg, der den Deckel noch zusätzlich befestigt. Dieser hält meistens Bombenfest. Achtung, bitte passt auf eure Hände auf! Verletzungsgefahr!!!

Das Ergebnis schaut das in etwa so aus:

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Im Inneren sieht man den Anschluss der Primärseite des Trafos, geschützt durch eine T160mA Sicherung. Die Anschlüsse für die 9V~ auf der 1. Sekundärseite, führen gleich weiter zum Netzstecker des C64. Die Anschlüsse der 2. Sekundärseite laufen zur Platine auf der sich die Gleichspannungsregelung befindet. Der Linearregler befindet sich in der Vergussmasse, nur mehr die drei Anschlüsse sind mit der Platine verbunden. 

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Zum Entfernen der Platine, lötet man die zwei Verbindungen vom Trafo und die zwei zum Netzanschluss des C64 einfach mal ab. Danach knipst man die Beinchen des 7805 ab, dieser wird nicht mehr benötigt, da er ja ersetzt werden soll.

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Auf dieser Platine befindet sich ein großer Elko zum Glätten und ein Gleichrichter (oder 4 Dioden) zum Gleichgerichteten der Wechselspannung. Nun erfolgt die Vorbereitung zum Einbau des DC-DC Wandlers. Ich habe für meinen Umbau einen Mini MP1584EN DC-DC BUCK Adjustable Step Down Module um rund 1 US$ auf ebay.com bestellt. Die Ausgangsspannung lässt sich über ein Potentiometer einstellen.

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Das Potentiometer habe ich durch einen passenden Widerstand von etwa 42 kOhm ersetzt, weil das es bei schlechtem Kontakt sonst wieder zu gefährlicher Überspannung kommen könnte.

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Auch die Verbindungsdrähte habe ich an den DC-DC Wandler gelötet, damit man das Ding dann an die Netzteilplatine anschließen kann. Die Schaltung sieht in etwas so aus:

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Dem 7805 wurde ja, wie oben beschrieben, die Beine abgezwickt. Dafür nimmt nun der DC-DC Wandler seinen Platz ein. Zu guter Letzt habe ich den Wandler in einen großen Schrumpfschlauch verpackt und mit einem Kabelbinder auf den Elko geschnallt. Nach dem Einbau sollte man noch die Spannung überprüfen, um zu kontrollieren ob alles richtig arbeitet und die 5 - 5,1V am Netzstecker des C64 anliegen. Wenn das passt kann man den C64 damit in Betrieb nehmen.

xlink c64/c128

Ein sehr interessantes und zugleich praktisches Projekt hat Henning Bekel umgesetzt. Xlink erlaubt einem Benutzer, Daten von einem Host-System auf einen C64 oder einen C128 zu senden bzw. Daten von dort auszulesen. Gleichzeitig lässt sich das Remote-System auch fernsteuern.

Unterstützt wird folgende Hardware:

  1. ein eigens dafür entwickelter USB Adapter 
  2. ein einfaches paralleles Kabel

Um den Datentransfer zu ermöglichen muss auf dem Remote-System entweder ein gepatchter Kernal laufen oder temporär ein Server gestartet werden.

Auf der Host-System Seite kann man Befehle entweder über die command-line eingeben oder man erstellt seine eigenen Anwendungen via xlink Bibliothek.

Die Projektseite ist sehr, sehr gut dokumentiert und man findet auch viele Anregungen, wie man xlink praktisch einsetzen kann. Henning hat seinen Quellcode auf Github https://github.com/hbekel/xlink zur Verfügung gestellt.

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MIKIT 2650 am Flohmarkt gefunden

Am 20. Juni 2015 war es wieder einmal Zeit für einen Flohmarktbesuch am Wiener Naschmarkt. Gemeinsam mit einem Freund hielt ich Ausschau nach altem, kuriosen Zeugs. Dabei war mir ein Stand aufgefallen, an dem komische Alukoffer angeboten wurden, in diese man merkwürdige Steuergeräte eingebaut hatte. Mein Flohmarktbegleiter und ich erkundigten uns beim Verkäufer, was er für das Teil denn haben wolle. Er meinte unter 10€ würde er den Koffer nicht verkaufen, weil alleine der Alukoffer mehr wert sei. Mein Freund und ich beschlossen das Teil gemeinsam zu kaufen, weil keiner von uns insgesamt 10€ dafür auszugeben wollte. Schließlich wussten wir nicht, um welches Teil es sich hierbei handelte.

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Nach dem Flohmarkt wurde das unbekannte Teil gleich mal auseinandergenommen, um nachzusehen, was wir da eigentlich ergattert haben. Nach dem Versuch einer Inbetriebnahme mit etwas intensivem Elektronikgestank ist uns aufgefallen, dass einen Tantal-Kondensator das Zeitliche gesegnet hat.

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Ursprünglich war der Kondensator im Bild so blau wie seine weiteren Kollegen im Bild.
Nach dem Austausch und ein paar Spannungsmessungen am Transformator, wagten wir einen weiteren Versuch. Und siehe da, erste Zahlen wurden auf dem Display angezeigt.

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Nach Recherche im Internet fanden wir heraus, dass es sich dabei um Eigenbau des MIKIT 2650 handeln musste.
Ein interessanter Link ist folgender: http://www.computerwoche.de/a/hofacker-gmbh-holzkirchen-mikit-2650-von-1-bis-32-kb,1195215. Das Computersystem scheint schon 1978 auf den Markt gekommen zu sein.

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